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Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Charlotte MüllerWahlfach: Sozioprudenz
Wie ging es für Sie nach dem Bachelor-Abschluss weiter?: Masterstudium der Soziologie an der Philipps-Universität Marburg Stelle als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung (HSPV) NRW
Berufstätigkeit: Das Projekt dient der Evaluation der Einführung von Tasern bei der Polizei in NRW. Ich bin an der Erstellung des Fragebogens für eine landesweite Umfrage, der Durchführung von Interviews, Gruppendiskussionen und teilnehmenden Beobachtungen sowie an der darauffolgenden Auswertung aller Daten und abschließenden Berichtlegung beteiligt.
Master-Studium: M.A. Soziologie (Gesellschaftliche Ordnungen im Wandel): Der Fokus liegt darauf, wie gesellschaftliche Ordnung hergestellt wird und wie diese scheitern kann – ich legte meinen Schwerpunkt primär auf Nationalismus, Populismus und Extremismus.
Inhalte: Sowohl in dem Lehrforschungsprojekt und den Methoden-Modulen der Soziologie als auch in den Forschungs- und Statistik-Anteilen der Psychologie wird kaum etwas gelehrt, was sich nicht in meinem Arbeitsalltag wiederfindet. Verweise auf Inhalte der Sozialpsychologie und Sozioprudenz gibt es hingegen auch immer mal wieder im privaten Alltag.
Profilbereich: Jegliche Softskills, die im Profilbereich vermittelt werden sollen, bspw. das Präsentieren, Kommunizieren oder wissenschaftliche Arbeiten/Schreiben, sind enorm wichtig und unabhängig der Branche ist ein gutes Selbst-/Zeitmanagement Gold wert – insb. bei Jobs im Homeoffice.
Absolvent*innen: Falls ihr während des Studiums noch nicht wisst, wo die Reise hingehen soll, lasst euch davon nicht verunsichern, sondern nehmt euch genug Zeit, um herauszufinden, was ihr wollt.
Fokussiert euch nicht nur darauf, möglichst schnell alle Module abzuarbeiten (abgesehen vom Bafög-Amt interessieren sich sowieso die wenigsten für die (Regel-)Studienzeit), sondern nutzt die Vorzüge des Zwei-Fach-Bachelors, um interessengeleitet zu studieren und Erfahrungen zu sammeln.
Und da aus meiner Sicht zumindest in der Soziologie (bzgl. der Psychologie kann ich das nicht beurteilen) unter Studierenden das Impostor-Syndrom stark vertreten zu sein scheint: Meiner Erfahrung nach sind beim Wechsel in den Master und Beruf jegliche Minderwertigkeitskomplexe völlig unberechtigt, und auch, wenn der schlechte Ruf des Zwei-Fach-Bachelors etwas anderes besagt, ist fachlich nicht spürbar, dass er nur einen Drittel des Fachs umfasst (wenn man den Profilbereich rausrechnet).
Die theoretischen und methodischen Basics sind absolut ausreichend, um problemlos anzuschließen und auch mit dem Wissen aus dem anderen Basisfach und den Soft Skills aus dem Profilbereich kann man immer wieder an anderen Stellen punkten.